Schwangerschaft

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Die Scheinschwangerschaft (Pseudogravidität) der Hündin

Man unterscheidet im hormonellen Zyklus einer nichtträchtigen Hündin verschiedene Phasen, in denen jeweils andere Hormone dominieren. Die längste Phase ist der Anöstrus mit einer weitgehend hormonellen Ruhe. Danach kommt die Zeit der Vorbrunst (Proöstrus), in der in den Eierstöcken Follikel reifen, was durch das sog. folikelstimulierende Hormon (FSH) erreicht wird. In dieser Zeit beginnt uns aufzufallen, dass die Hündin sich vermehrt beleckt und für den Rüden interessant riecht - die Läufigkeit beginnt. Danach kommt die Hündin in die Phase, in der sie den Rüden duldet, die Eizellen werden freigesetzt und verschiedene Hormone produziert. Mit Ende der Duldung des Rüden tritt die Phase des Metöstrus ein und es wird nun das Hormon Progesteron gebildet, das man auch als Trächtigkeitsschutzhormon bezeichnet.


Egal ob die Hündin nun trächtig ist oder nicht, das Progesteron wird in dieser Phase auf jeden Fall gebildet. Genau aus diesem Grund kann man bei einer Hündin auch keinen Schwangerschaftstest anhand des Blutes machen. Wir sprechen landläufig von einer „Scheinschwangerschaft“ der Hündin, weil sie ein Hormon bildet, das bei einer nichtträchtigen Hündin eigentlich nichts zu suchen hat. Diese Besonderheit bei den Hunden bewirkt, dass die Hündin, trächtig oder nicht, ähnliche Hormonveränderungen hat. Diese Situation bleibt für die Zeit, die normalerweise eine Trächtigkeit dauert, bestehen. Das bedeutet also, dass – hormonell gesehen – jede Hündin nach ihrer Läufigkeit scheinschwanger wird, das also eine ganz normal ablaufende Reaktion ist. Viele Hündinnen sind in dieser Zeit matt, übellaunig oder mimosenhaft, anlehnungsbedürftig und haben vermehrten oder verminderten Appetit. Schlimmer jedoch wird es, wenn die Hündin massive Stimmungsstörungen von regelrechten Depressionen bis zu überzogenen Aggressionsausbrüchen hat, oder etwa Höhlen baut und „Kuscheltiere“ mit sich trägt. Hier kann es auch zu Milchbildung oder sogar zu einer Euterentzündung kommen. Leicht ausgeprägte Scheinschwangerschaften bedürfen keiner Behandlung, die Beschwerden klingen nach kurzer Zeit von selbst wieder ab. Da die Scheinschwangerschaft per se also kein pathologischer Zustand ist, helfen hier homöopathische Komplexpräparate (z. B. Hormeel, Gynäcoheel, Pulsatilla miniplex usw.) im Allgemeinen nicht besonders gut. In diesem Fall wäre es besser eine Hochpotenz des passenden Mittels (oft Pulsatilla oder auch Ignatia) zu geben. Dieses sollte jedoch ein homöopathisch erfahrener Tierarzt oder Tierheilpraktiker auswählen. Schulmedizinisch wird der Tierarzt Sexualhormone, oder besser Prolaktin-Hemmer.geben. Auf ein entzündetes Euter kann man eventuell feuchte, kühlende Tücher legen.


Das Beste in dieser Zeit ist, die Hündin abzulenken, alle Kuscheltiere zu verbannen und auf keinen Fall die Milch zu melken oder an den Zitzen zu manipulieren. Auch sollte die Hündin selbst möglichst nicht ständig ihr Gesäuge belecken oder benagen.

Vom Verlauf der ersten Läufigkeit kann man auch noch nicht darauf schließen, dass die Hündin nun immer pathologisch scheinschwanger wird. Laut einer Untersuchung über Gesäugetumoren bei der Hündin stellt Scheinschwangerschaft auch kein Risikofaktor für deren Entstehung dar (A. Wehrend, Gesäugetumoren bei der Hündin, 2005).

Leidet die Hündin jedoch dauerhaft unter pathologischen Scheinschwangerschaften bleibt als
letzte Konsequenz eventuell eine Kastration. Hier muss man jedoch genau abwägen in welcher Zyklusphase die Hündin kastriert wird. Der ideale Zeitpunkt wäre mindestens zwei Monate nach einer Läufigkeit abzuwarten, damit die Hündin sich dann nicht mehr in einer Phase der gesteigerten Hormonaktivität befindet.

Will man mit der Kastration auch eine Verhaltensänderung bewirken, so muss man bei Hündinnen sehr vorsichtig sein. Sie können sich verändern, müssen es aber nicht. Es ist Unsinn, pauschal zu sagen, dass eine Hündin dadurch ruhiger wird. Auf jeden Fall ist davon abzuraten, eine Hündin nur aufgrund von Aggressionsproblemen kastrieren zu lassen, es sei denn, die Aggression spielt sich nur Bereich von Läufigkeit oder eventueller Scheinschwangerschaft ab und ist damit eindeutig hormonell bedingt. Ansonsten ist von einer Kastration bei unseren Owtscharka – Rassen in jedem Fall abzuraten, es besteht sogar die Gefahr einer gesteigerten Aggressivität danach. Darüber hinaus sind Inkontinenzprobleme bei großen Hunden eine häufige Nebenwirkung der Kastration, was von einigen Tierärzten gerne verschwiegen wird.




Zum Weiterlesen: Kastration beim Hund von Dr. Gabriele Niepel

Quelle:Simone Schwarz/ Tierheilpraxis, Mahlberg 16.06.2010

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Mit Geld kann man einen wirklich guten Hund kaufen, aber nicht sein Schwanzwedeln.
Josh Bllings