Hunde züchten...

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Züchter werden ist nicht schwer...Züchter sein dagegen sehr..

1. Unter dem Wort „Zucht„ ist zunächst einmal die Verpaarung von einem männlichen und einem weiblichen Tier mit einer konkreten Zielsetzung zu verstehen. Jeder Züchter sollte mit seiner Zucht auch ein konkretes Zuchtziel verfolgen. Dieses Ziel kann bei verschiedensten Züchtern ganz unterschiedlich ausfallen.

2. Aus diesem Zuchtziel lässt sich ableiten, dass man sich aus der Nachzucht bestimmte Eigenschaften – ob äußerlich oder charakterlich - erhofft und unter Umständen sogar Verbesserungen zu den ursprünglichen Elterntieren erhofft. Ist die Tatsache eingetreten, dass sich die gewünschten Verbesserungen bei der Nachzucht eingestellt haben, so ist es manchmal unumgänglich einen Teil der Nachzucht zu behalten um die erreichte Verbesserung in den Blutlinien zu stabilisieren und zu erhalten .

3. Ein seriöser Züchter plant somit bereits im Voraus – bevor die Welpen also überhaupt geboren sind - dass die Welpen im Rudel verbleiben und zwar zur eingehenden Beobachtung der Entwicklungsstadien.

4. Züchter sein bedeutet daher auch , dass man eine gewisse Größe des Rudels (Elterntiere, Jungtiere und Welpen) berücksichtigen muss um ernsthafte und seriöse Hundezucht betreiben zu können.

5. Dadurch ist eine der Grundvoraussetzungen, dass ausreichend Auslauf und Platz gegeben ist und dass Hundezucht sehr arbeitsaufwändig und zeitintensiv ist!

6. Vermeintliche "Züchter" die ihre Welpen noch vor der Geburt oder kurz danach bereits zum Verkauf anbieten, erwecken in mir einen unseriösen Eindruck. Bei einem neugeborenen Welpen kann man außer der Fellfarbe vielleicht, nichts weiter feststellen. Weder die zukünftige Entwicklung, ob schnell und positiv oder vielleicht eher ein kleiner „Nachzügler„ den man dann eher behält statt ihn abzugeben. Man könnte hier sogar den Eindruck gewinnen als ob man diese Hundewelpen nur zum „Verkauf produziert hat„.

7. In der Regel fehlen bei diesen Züchtern und "Vermehrern" (die sich häufig als Hobbyzüchter betiteln) auch die notwendigen Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere (diese können von Rasse zu Rasse unterschiedlich sein: HD, Patella, Herz, Augen, etc.) sowie nötiges Fachwissen im Bereich Zucht und Genetik!

8. Voraussetzungen für die Hundezucht : Zeit, Platz, Arbeitsfähigkeit, Geld, Wissen, Geduld, Durchhaltevermögen, Bereitschaft Welpen abzugeben.

a.) Zeit: bei diesem Thema bin ich fest davon überzeugt, dass man nicht züchten sollte, wenn man täglich mehrere Stunden außer Haus ist. Insbesondere Welpen , tragende Hündinnen und auch der Rest des Rudels brauchen viel Aufmerksamkeit und auch Kontrolle. Es wäre verheerend , gerade in der Russkiy Toy Zucht, wenn man gerade in dem Moment außer Haus ist, wenn eine Hündin ihre Welpen bekommt. Zur Sicherheit der tragenden Hündin und ihrer Welpen ist eine 24 Stunden rundum Betreuung gerade in der Endphase unerlässlich! Da man auch jederzeit damit rechnen sollte, dass ein Wurf evtl. einmal mit der Flasche aufgezogen werden muss, ist es zwingend erforderlich dass der Zeitfaktor in der Hundezucht äußerst ernst genommen wird !
b.) Platz: Der Faktor Platz ist ein weiterer wichtiger Punkt, der leider nur zu häufig bei Kleinhunde- und Kleinsthunderassen, also wie auch beim Russkiy Toy, unterschätzt wird! Obwohl der Russkiy Toy ein kleiner Hund ist, braucht auch er viel Auslauf und frische Luft! Es sind agile Hunde die gerne aktiv sind und ihre Energie abbauen müssen. Leider kommt es eben aus diesem Grund immer wieder vor, dass die Hunde in einem Rudel eines Züchters nicht ausgelastet sind und ihre aufgestaute Energie gegen das Rudel richten. Immer wieder führt das zu vermeidbaren ernsthaften Verletzungen, die die Laufbahn einer guten Zuchthündin oder eines guten Zuchtrüden vorzeitig beenden. Da man - wie bereits im vorhergehenden Text beschrieben – als Hundezüchter neben den Elterntieren und Welpen auch mal Junghunde als Nachzucht oder einfach zur längeren Entwicklung behalten muss, ist ein eingezäunter Garten für das Wohlbefinden der Hunde Meiner Meinung nach unentbehrlich. Auch genug Wohnraum muss ausreichend zur Verfügung stehen. Es kann verschiedene Gründe geben die Hunde ein Mal räumlich voneinander trennen zu müssen: die Welpen von den Erwachsenen oder Junghunden, läufige Hündinnen von Rüden, kranke von gesunden Tieren. Käfig- oder Boxenhaltung, die leider immer noch sehr häufig aus Platzmangel betrieben wird, ist reine Tierquälerei! Das Vermehren von Welpen in Käfigen hat mit einer seriösen Zucht nichts gemeinsam! Aber es gibt tatsächlich Zuchtrüden, die ihr Dasein in einem Käfig fristen müssen und nur ganz selten einmal herauskommen. Gerade die Haltung eines oder mehrerer Zuchtrüden stellt noch andere Anforderungen an die Hunde-Haltung in der Zucht. Rüden die in der Zucht stehen markieren, vor allem wenn man mehr als einen Rüden hält! Auch das eigene Haus ist davor leider nicht sicher, da jeder Rüde „sein„ Territorium markieren will und das nicht nur einmal sondern eigentlich den ganzen Tag über. Ergreift man hier keine Maßnahmen, dann stinkt das Haus innerhalb kürzester Zeit nach Urin und wird unbewohnbar. Daher wäre es unter Umständen ratsam keine zwei Rüden in einem Haushalt zu halten, sondern auch das Decken durch einen fremden Rüden in Betracht zu ziehen. Ein Raum ausschließlich für die Welpen ist äußerst wichtig! Auch wenn sich hier die Geister scheiden… Gerade eine Hündin die geworfen hat, verlangt sehr viel Ruhe und auch Abgeschiedenheit. Die ersten Wochen ist es für die Mutterhündin purer Stress, wenn sie ihre Welpen direkt im Trubel eines Wohnzimmers aufziehen müsste. Erst im Alter von 5-6 Wochen, wenn die Welpen ihre ersten Geh-Versuche starten und anfangen zu laufen, kann bzw. sollte man sie langsam wieder in das alltägliche Wohnumfeld integrieren. Jetzt ist auch die Mutterhündin entspannter und duldet es, wenn andere Rudelmitglieder mal in den Welpenauslauf hüpfen. Nicht zu verachten ist auch, dass das Immunsystem der Welpen nun besser arbeitet und die Gefahr einer Infektion ist nicht mehr ganz so hoch! Perfekt wäre es, wenn die Mütter und ihre Neugeborenen ein eigenes Zimmer mit permanenten Zugang (z.B. Katzentür) in einen eingezäunten Gartenabschnitt hätten. Natürlich ist der Zugang in den Garten von der Witterung abhängig zu machen. Dieses Zimmer sollte direkt neben Schlafzimmer liegen, sodass die Kleinen auch nachts in Hörweite sind.

c. ) Arbeitsintensität . Der dritte wichtige Faktor ist die Arbeitsintensität einer Hundezucht! Wer nicht gerne putzt oder sich vor Hundekot, Urin oder Erbrochenem ekelt, der sollte von der Hundezucht Abstand nehmen. Auch eine Geburt kann für nervenschwache Menschen kein Vergnügen werden! In der Rudelhaltung sind Hunde meistens leider nicht so sauber wie Hunde in Einzelhaltung. Wie bereits im Vorhergehenden genannt: es wird markiert, regelmäßig findet man in den Ecken mal eine Hinterlassenschaft. Auch Futterneid kann im Rudel vermehr auftreten, sodass die Mahlzeit zuerst rasch runtergewürgt wird um sie im Anschluss wieder zu erbrechen und dann in Ruhe genüsslich zu verzehren. Hunde sind nunmal Tiere mit Fell und jedes Lebewesen mit Haaren lässt jeden Tag einige davon fallen – mal ganz abgesehen vom Fellwechsel! Das heißt tagtäglich saugen oder gar mehrmals am Tag, die Waschmaschine läuft mehrmals am Tag, denn Hygiene ist insbesondere bei den jungen Welpen die noch kein vernünftiges Immunsystem ausgebildet haben sehr wichtig! Dreiviertel der Zucht bestehen also aus Saubermachen! Das können leider nicht viele Züchter halten, daher auch der schlechte Ruf bezüglich der Sauberkeit von Hundezüchtern. Ich bin der Meinung , dass dies auch der Grund ist, warum viele Züchter nach nur wenigen Zuchtjahren die Zucht wieder aufgeben. Viele unterschätzen einfach die Arbeitsintensität !

d) Geld. Die vielleicht wichtigste Voraussetzung für die Zucht von Hunden ist eine gesicherte finanzielle Ausgangssituation. Wer meint man kann mit der Hundezucht mal eben so schnell und einfach Geld verdienen , der irrt gewaltig! Eine gut geführte Zucht hat täglich hohe laufende Kosten , die oft die Einnahmen vom Welpen Verkauf überschreiten. Daher sollte man auf jeden Fall über genügend Auslagen verfügen um Schwankungen im Budget gut und sicher auffangen zu können!

e.) Wissen und Sachkunde. Und zu allerletzt eine der Haupt-Voraussetzungen: Wissen und Sachkunde. Ohne grundlegendes Wissen und dessen ständige Erneuerung über Hundehaltung, Zucht und Genetik, Ernährung etc. sollte man die Finger von der Zucht lassen! Und zwar zum Wohle der Hunde! Ich empfehle es jedem, der sich für die Hundezucht interessiert, erst ein Mal Zuchterfahrung sammelt . Es gibt hierfür die verschiedensten Möglichkeiten: angefangen über Literatur über Seminare und Treffen bis hin zu Zuchtschauen. Hier kann man sich mit der Materie vertraut machen und genug Eindrücke gewinnen.

f:) Abgabe von Hunden:
Sinn und Zweck der Hundezucht ist die Vermehrung einer bestimmten Hunderasse mit einem gesunden und vernünftigen Ziel. Dadurch bedingt gehört es dann natürlich auch dazu, dass man sich von Tieren trennen muss. Den Großteil der liebgewonnen und mühsam aufgezogenen Welpen muss man über kurz oder lang abgeben, da man ja nicht alle behalten kann! Wer schon im Voraus weiß, dass er Probleme mit der Trennung hat, der sollte die Zucht von Hunden gar nicht erst ins Auge fassen. Als seriöser Züchter muss ich hin und wieder einen vielversprechenden Welpen behalten oder auch einen neuen Hund zwecks Auffrischung der Blutlinien zukaufen! Das würde bedeuten, dass man irgendwann unendlich viele Hunde hat.... Daher muss man um eine gute Versorgung des Rudels zu gewährleisten und die Zucht aufrecht zu erhalten auch ab und an einen erwachsenen Hund abgeben! Auch das ist nicht immer einfach, da man ja selber der Ansicht ist, dass jeder Hund bei einem selbst am besten aufgehoben ist! Dennoch muss man als Züchter in diesem Fall verantwortungsbewusst handeln und sorgfältig einen liebevollen Menschen oder eine liebevolle Familie für den betreffenden Hund suchen. Natürlich hat jeder Züchter wie auch ein Hundehalter ein paar Lieblinge, die sicherlich bis zum Ende bleiben, aber die Zahl sollte im Sinne der Zucht natürlich nicht zu groß sein. Manchmal ist es auch notwendig einen Hund aus der Zucht zu nehmen, weil er/sie nicht mehr mit dem Rudel harmoniert. Die Harmonie im Rudel ist äußerst wichtig für den Züchter und auch für die Hunde. Insbesondere Hunde die ihren Platz im Rudel (Rangordnung) nicht finden, können diese Harmonie stören . Auch ältere Tiere haben manchmal massive Probleme mit dem altersbedingten Verlust ihrer Rangstellung und sind dankbar wenn sie in ein ruhigeres Zuhause mit voller Aufmerksamkeit kommen. Daher ist auch die Abgabe eines älteren Hundes manchmal im Sinne des Hundes notwendig so schwer es einem selbst auch fallen mag!


Als ernsthaften und seriösen Züchter macht es einen sehr traurig , wenn man sieht wie die Anzeigenmärkte – insbesondere im Internet - mit Welpen aus sogenannten "Hobbyzuchten" buchstäblich überschwemmt werden! Nicht selten werden hier Hunde in einer Etagenwohnung ohne Sachkenntnis wahllos vermehrt und ohne Käuferauswahl, landen diese Welpen häufig in Händen, die für diese kleinen Hunde nicht geeignet sind! Gerade in den letzten Jahren ist der Russkiy Toy zu einem Modehund geworden. Wie jeder weiß, tut ein Status als Modehund keiner Rasse gut!

DIE ZUCHT MIT HUNDEN UNTER 2 KG IST LAUT TIERSCHUTZGESETZ VERBOTEN! ES GILT ALS QUALZUCHT. Leider hat es (noch) keine Konsequenzen, wenn Vermehrer sich nicht daran halten. Daher liest man immer wieder in diversen Anzeigen, dass Welpen von Mini-Eltern als sogenannte „Teacup-Welpen„ angeboten werden! Natürlich zu hohen Preisen! Bitte unterstützen Sie diese Tierquälerei nicht! Zufalls-Minis gibt es immer wieder mal in den Würfen, aber bitte aus normalgroßen Eltern!
Wenn Sie diese Zeilen jetzt lesen und selber anfangen möchten Hunde zu züchten, dann überlegen Sie bitte noch einmal, ob auch alle Voraussetzungen für eine seriöse Wurfplanung gegeben sind! Wenn auch nur ein Faktor dagegen spricht, dann sehen Sie im Wohle der Tiere bitte davon ab!

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Mit Geld kann man einen wirklich guten Hund kaufen, aber nicht sein Schwanzwedeln.
Josh Bllings